DANKE NIEDERLANDE

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Lars Nicolaisen:

Dank an unsere Nachbarn, die gestern eindrucksvoll gezeigt haben, dass nach Brexit und Trump nicht automatisch nationalistische Populisten die jeweiligen Landeswahlen gewinnen. Das ist ein tolles Zeichen! Dennoch sollte man ebenfalls zur Kenntnis nehmen, dass der schlechtfrisierteste Politiker der Niederlande gut 13 % der Wählerstimmen erhielt. Das zeigt deutlich, dass die demokratischen Politiker nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern schlaue und angemessene Antworten und Lösungsvorschläge auf die vorhandene Unzufriedenheit und Unsicherheit finden sollten.

Heute früh bin ich jedoch einfach nur froh über die aus meiner Sicht weitsichtige Vernunft der Niederländer. Danke für diese gute Nachricht.

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Stolz zurück, Zukunft verloren

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Lars Nicolaisen:

Ich gebe zu, ich habe heute Nacht unruhig geschlafen und des öfteren in der Nacht auf den  Liveticker der Tagesschau geschaut. Und das was ich da laß, hat mich noch unruhiger  weiterschlafen lassen. Heute früh dann die Bestätigung: Knapp 52% der Briten stimmten für „leave“ und somit für den Austritt aus der Europäischen Union.

Mein Gedanke dazu: Die Briten gewinnen für einige Tage ihren Stolz zurück, verlieren jedoch die Zukunft.

Mich erschüttern heute morgen zwei Dinge: Weiterlesen

Er ist wieder da

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Lars Nicolaisen:

Wir sind ein Friseurunternehmen. Bei uns sollte sich alles um Mode, Schönheit, Wellness und um Leichtigkeit drehen. Dem ist ja auch so. Zumindest meistens. Aber „Friseur“ sollte auch immer etwas mit Zeitgeist zu tun haben. Und genau darüber muss ich heute schreiben. Ich kann nicht sagen, dass mich die Wahlerfolge der AfD überrascht haben. So etwas deutete sich ja an. Aber traurig und wütend bin ich darüber dennoch. Einige Gedanken haben mich gestern Abend bewegt und über die möchte ich heute schreiben.

Haben AfD Wähler in der Schule nicht aufgepasst? Wissen sie nicht wie Hitler an die Macht gekommen ist? Haben sie „Die Welle“ nicht gelesen? Die Welt wird immer komplexer. Das dies einem Angst einflössen kann, verstehe ich. Aber was ich nicht verstehen kann ist die Tatsache, dass eine nicht unerhebliche Zahl der gestrigen Wähler anscheinend wirklich glaubt, dass in einer immer komplizierteren Welt die Lösungen in einfachen Parolen zu finden sind. Viele Aussagen von AfD Politikern sind einfach nur widerlich, höchst fremdenfeindlich, beschämend, dumpf und verstoßen für mein Empfinden gegen den Artikel 1 des Grundgesetztes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Auch ich bin mit der aktuellen Flüchtlingssituation unzufrieden. Auch ich hege Befürchtungen, dass das was uns in den letzten Jahrzehnten stark gemacht hat (unsere Werte, unsere Kultur und die Art wie wir leben), durch eine zu schnelle, hohe und unkontrollierte Einwanderung Schaden nehmen könnte. Ich kann verstehen wenn man seiner Wut Ausdruck verleihen, und den etablierten Politikern einen Denkzettel verpassen möchte. Aber eine Partei wählen die offen über einen Schießbefehl an der Grenze nachdenkt? Eine Partei die homosexuelle Menschen zählen lassen möchte? Eine Partei, dessen Vertreter in Talkshows Sätze sagen wie „Der Syrer, der zu uns kommt, hat immer noch Syrien. Wenn wir unser Deutschland verloren haben, dann haben wir keine Heimat mehr.“? Sagt mal, geht es noch? Sein Kreuz bei solch einer Partei zu machen hat nichts mit Protest zu tun. Dies ist schlicht und einfach ein Armutszeugnis! Weiterlesen

NOlympia hat gewonnen, Hamburg hat verloren.

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Lars Nicolaisen:

Hamburg hat sich knapp gegen Olympia entschieden. Im Internet geht´s seit dem hoch her. „Die Vernunft gegenüber der Elite hat gesiegt“ schreiben jetzt die Gewinner der Wahl. „Sieg der Kleingeister“ schreiben die Verlierer. Beide Seiten greifen oft zu einer drastischen Wortwahl um den Triumph auszukosten, bzw. den Frust von der Seele schreiben zu können. Ich kann beide Seiten verstehen, denn meine Olympia-Liste mit allen Vor- und Nachteilen war beidseitig gut gefüllt. Am Ende komme ich jedoch zu dem Schluss: NOlympia hat gewonnen, Hamburg hat verloren.

Ich musste im Vorfeld bei der Olympia-Diskussion oft an meinen/unseren Kunden Herrn L. denken. Herr L. ist ein großer Freund der Kunst. Und als damals Hamburg das “Museum der Gegenwart” gebaut hat, für die Realisierung viel mehr Geld als veranschlagt benötigt wurde und viele Hamburger darauf schimpften, sagte mir Herr L.: “Herr Nicolaisen, für Kunst war noch nie Geld da. Es gibt immer eine Million gute Gründe Geld lieber in soziale Projekte oder Infrastruktur zu stecken als in Kunst. Das war schon immer so. Ludwig der 14. hätte auch lieber seinen Bürgern helfen sollen als Versailles zu bauen. Die Lage, besonders die soziale Schieflache, war damals ja noch viel dramatischer als heute. Und was hat überdauert? Wohin pilgern die Menschen noch heute? Genau. Eine Mona Lisa im Louvre oder die Gemälde von Leonardo Da Vinci in Rom inspirieren Menschen auf der ganzen Welt noch heute und sorgen für nachhaltige, geistige Bewegung. Das mag in dem Moment der Entstehung für viele nicht sichtbar sein und daher für unbedeutend empfunden werden, wird aber kommende Generationen beeinflussen. Und so können wir Bürger nur hoffen, dass unsere Politiker (als unsere geistigen Führer) immer ein gesundes Mittelmaß finden. Mal müssen geistige, inspirierende und visionäre Großprojekte hinter einer aktuellen Situation zurückstehen. Keine Frage. Aber manchmal muss man Visionen auch durchsetzen. Gegen allen Widerstand, welchen es immer geben wird. Immer.
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Ein „ganz klares Nein“

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Lars Nicolaisen:

Es ist Samstag. Und da unsere Samstag-Beiträge traditionell die Beiträge mit den wenigsten Lesern sind, können wir uns zum Wochenende auch mal trauen über Themen zu schreiben, die wir an den anderen Wochentagen möglichst ausklammern. Eines dieser Themen ist „Politik“. Ein ganz heißes Eisen, über welches ich hier in einem öffentlichen Blog lieber nicht schreiben sollte. Ich tue es heute dennoch.

Das Thema „Griechenland“ begleitet uns ja nun schon eine ganze Weile. Griechenland ist auch „Das Thema“ in deutschen Friseursalons, da bin ich mir sicher. Jeder hat sich mittlerweile seine Meinung gebildet – und die fällt meiner Wahrnehmung nach nicht unbedingt positiv für Griechenland aus. Dabei muss man zwischen dem Land und seiner Politik unterscheiden. Für das Land und seine Bevölkerung gibt es viel Zustimmung, gar Bewunderung. Aber das politische System wird bis aufs schärfste kritisiert. EU-Beitritt unter Angabe falscher Tatsachen, 18 Monatsgehälter für Staatsbedienstete, Rente mit 55… das sind nur einige Beispiele von vielen Fakten, die bei Gesprächen zwischen Friseur und Kunde immer wieder ausgetauscht werden, und über die sich gemeinsam aufgeregt wird.  Weiterlesen

Es fühlt sich nicht richtig an

fb150304Lars Nicolaisen:

Politik ist ein oft schweres Unterfangen, besonders bei Konversationen in einem Friseursalon. Deswegen klammert man politische Themen gerne aus. Und was für die Salons zählt, zählt natürlich auch für diesen Blog. Mir geht´s heute auch gar nicht um Politik. Mir geht´s um einen Politiker. Sebastian Edathy.

Wer mich privat kennt der weiß, dass ich es grausam finde, wenn Menschen öffentlich an den Pranger gestellt werden. Bei Herrn Edathy ist dies etwas anders, weil es für mich als bewiesen gilt, dass der SPD Politiker kinderpornografisches Material besseren hat. Alle Punkte aufzuzählen, von den geklauten Laptops bis zu rhetorisch hoch fragwürdigen Redewendungen, verkneife ich mir heute. Warum ich dieses Thema überhaupt nun in meinen Blog aufgreife, liegt an einem Facebook-Eintrag von Til Schweiger. Weiterlesen

Rückblick auf ein intensives Wochenende

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Lars Nicolaisen:

Das war ein recht intensives Wochenende für uns Hamburger. Begonnen hatte es mit einer 0:8 Niederlage meines HSV in München. Schon bei der Aufstellung wurde mir schlecht – und meine schlimmsten Befürchtungen wurden bestätigt. Hätten die Profis vom FC Bayern in den letzten 20 Minuten nicht 5 Gänge runter geschaltet, es wäre leicht und locker ein zweistelliges Ergebnis geworden. Es war furchtbar. Wann kehrt beim HSV endlich einmal „Einsicht und Demut“ ein? Zwei Spiele (glücklich!) gewonnen und schon glaubt man mit einer der besten Mannschaften der Welt spielerisch mithalten zu können? Auf welchem Planeten leben Zinnbauer & Co eigentlich? Das ist ja lächerlich. Es ist zum wahnsinnig werden. Die einzige Hoffnung die jetzt noch bleibt, ist die Hoffnung dass diese historische Niederlage jetzt bei den Spielern des HSV zu einer Trotzreaktion führt! Ich kann mir gut vorstellen, dass das Team jetzt auf Wiedergutmachung aus ist und alles ins nächste Spiel gegen Gladbach reinschmeisst und mindestens einen Punkt holt. Doch was dann? Es bleibt zu befürchten, dass dann der ganze Wahnsinn von vorn beginnt. Beim HSV fehlt Konstanz. Und es fehlt weiterhin innere Ruhe. Daher mein Vorschlag: Bis zum Ende der Saison keine Interviews mehr und Training ausschließlich nur noch unter Ausschuss der Öffentlichkeit.
Am Sonntag ging es dann ins Wahllokal. Die Hamburg-Wahl war für uns etwas Besonderes, weil wir erstmalig zusammen mit unserem Sohn zur Wahl gingen. Weiterlesen