Froh und dankbar

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Lars Nicolaisen:

Letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit einem Menschen der seit fast 30 Jahren im Einzelhandel beschäftigt ist. Gehobene Position. Management. Und diese Person fragte mich „Was ist eigentlich gerade in der Friseurbranche los?“ Ich antwortete ihm. Was folgte war ein ca. 60 minütiger Monolog.

Die Friseurbranche hat sehr viele Probleme. Sehr, sehr viele – wie zB das heutige Foto erahnen lässt. Es herrscht an vielen Stellen Ungewissheit und Frustration. Als Hamburger könnte ich jetzt auch schreiben: „Die See ist rau, es herrscht schlechte Sicht und viele Schiffe drohen zu kentern.“ Um mich herum spüre ich in der Branche eine große negative Stimmung und Frustration.

Die Gründe hierfür sind vielseitig. Einige davon behandle ich in einer Kolumne, welche ich für ein großes, deutschsprachiges Fachmagazin schreibe. In diesem heutigen Blog-Beitrag möchte ich jedoch gar nicht erst anfangen über dieses fast schon undurchdringliche Geflecht zwischen (aus meiner Sicht) falschen, politischen Entscheidungen, mutloser Handwerkskammer, rückständiger Gewerkschaft,  visionslosen Industriepartnern und unehrlichen Branchenteilnehmern zu schreiben.

Ich möchte vielmehr den Blog heute dazu einmal nutzen mich bei meinem langjährigen Unternehmensberater Stefan Dax zu bedanken! Mit Stefan habe ich vor über 10 Jahren angefangen mich und das Unternehmen strategisch neu auszurichten. In ganz vielen, kleinen Schritten. Konsequent „Schritt für Schritt“. Ja, auch wir stehen aktuell dennoch vor Problemen und Herausforderungen. Ja, auch bei mir ist nicht alles purer Sonnenschein. Ja, es gibt Kollegen bei denen läuft es besser als bei uns. Ja, wir sind weit davon entfernt perfekt zu sein. Ja, ja, ja, ja. ABER… wenn ich sehe wie es der breiten Masse der Friseurunternehmen heute geht, dann bin ich froh und dankbar über unsere Entwicklung. Dann bin ich froh und dankbar über den Status Quo den wir heute haben. Dann bin ich froh und dankbar über die Menschen um mich herum, die das Familienunternehmen heute repräsentieren. Und damit meine ich nicht nur meine Führungscrew, sondern wirklich jedes einzelne Teammitglied, von der Servicekraft bis zum Salonmanager!

Ich gehe voller Motivation in den heutigen Montag und in diese neue Woche. Ich weiß, meine Arbeit „hinter den Kulissen“ ist schwer sichtbar und damit manchmal auch nur schwer greifbar. Aber wenn man sich das „Unternehmen Nicolaisen“ heute anschaut, dann kann man (so denke ich) erkennen, dass in den letzten Jahren viel mehr richtige als falsche Entscheidungen getroffen worden sind. Und darüber bin ich heute einfach nur… froh und dankbar. Das musste ich heute einmal loswerden 😉

Ich wünsche uns allen einen guten Start in die neue Woche.

…………

UPDATE: Ich wusste beim Verfassen meines heutigen Blogs nicht, welche Reaktionen das Unternehmen Klier auf dieses Foto im Netz erhielt. Dies habe ich erst einige Minuten nach meiner Veröffentlichung mitbekommen. Quelle: http://m.bild.de/regional/chemnitz/fluechtling/ein-friseur-ein-schild-und-grausame-hetze-52568314.bildMobile.html

Selbstverständlich distanziere ich mich von diesen kranken Vollidioten, die daraus anscheinend eine erbärmliche, widerwärtige politische Debatte machen wollen. Das Herkunftsland des Kollegen ist doch völlig egal! Was so alarmierend an diesem Foto ist – und was die aktuelle Branchensituation so herrlich widerspiegelt – ist allein die Tatsache, dass das größte deutsche Friseurunternehmen, welches mit Sicherheit über die professionellsten Strukturen und über ein sehr gutes Management verfügt, nicht in der Lage ist an allen Standorten ihren Kerndienstleistungen nachzukommen. Das hätte ich noch vor wenigen Wochen als „völlig undenkbar“ abgetan. Und als ich so darüber nachdachte, dachte ich natürlich auch über mein Unternehmen nach… und so entstand der heutige Blog. Dies nur der Vollständigkeit halber.

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TOP HAIR Days 2017

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Lars Nicolaisen:

Wieder zurück in Hamburg! Es war mal wieder ein Fest mit Simona die wichtigste Fachmesse unserer Branche zu besuchen. Es war eine große Freude so viele Freunde und tolle Kollegen wieder zu sehen. Herzlichen Dank für das wirklich zahlreiche, positive Feedback bzgl. unseres Blogs, meiner TOP HAIR Kolumne und dem „Salongeflüster“ Podacst zusammen mit Michael Bredtmann! Wirklich ein besonderes Gefühl zu wissen, dass so viele tolle Kollegen meine/unsere Aktivitäten so interessiert verfolgen. DANKE!

Es gab viele Highlights auf den TOP HAIR TREND & FASHION DAYS, mein persönliches Highlight war der „Premium“ Vortrag von Oliver Schmidt. Total motivierend! Und wie stark der Raum gefüllt war – unglaublich! Simona saß neben Guido Paar (links) und Herbert Kötter (rechts) genau so wie ich und viele andere Teilnehmer während des Vortrages neben der Bühne auf dem Fussboden (!) um Oliver Schmidt zu lauschen. Wahnsinn!

Nach der Messe in Düsseldorf fühle ich mich in meinem Gefühl bestätigt, dass unsere Branche und unser Image endlich wieder im Aufwind ist! Wir kommen von wirklich ganz unten und es ist noch ein richtig langer Weg zu gehen, aber es ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen! Ein tolles, motivierendes Gefühl 

Reaktionen auf Freitag-Beitrag

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Lars Nicolaisen:

Na, da ging es ja am Wochenende ziemlich hoch her. Mein Beitrag vom Freitag (https://nicolaisenhamburg.wordpress.com/2016/11/11/was-der-zentralverband-des-deutschen-friseurhandwerks-mit-donald-trump-verbindet/) wurde und wird anscheinend ziemlich heiß diskutiert. Obwohl ich am Samstag darum gebeten habe sich für öffentliche Reaktionen auf zwei Plattform zu konzentrieren, wurden in den letzten Tagen darüber hinaus so ziemlich alle möglichen Kommunikationsplattformen ausgenutzt um mich zu loben und zu unterstützen – und um mich zu kritisieren und an den Pranger zu stellen. Beide Reaktionen hatte ich erwartet.

Ich kann einstecken. Und ich kann auch offen zugeben, dass ich bei einigen „Zahlen, Daten, Fakten – Bereichen“ ggf. über gefährliches Halbwissen verfüge. Wer diesen Blog schon länger verfolgt – und besonders den Beitrag von Freitag aufmerksam und gründlich gelesen hat, der weiß dass es mir fernliegt einzelne Personen zu kritisieren. So denke ich nicht und so bin ich auch nicht gestrickt. Ich stelle nur fest, dass die Situation für viele engagierte Friseure in Deutschland seit Jahren besch… ist und sich nicht wirklich etwas zum besseren zu drehen scheint. Das ist wie beim HSV. Da könnte ich als Mitglied und Fan ein ganzes Buch darüber schreiben an welchen Personen und an welchen falschen Entscheidungen es liegt, dass der HSV aus dieser Negativspirale nicht herauszukommen scheint. Als Insider sind solche Diskussionen sicherlich spannend. Aber als „normaler Fan“ ist das zu Kleinteilig. Solch ein Fan schaut nur auf die Tabelle, vergleicht diese mit den letzten Jahren und kommt zu dem berechtigten Schluss: „Beim HSV scheint sich nichts zu bessern„. Und nun ist der Verein gefragt endlich mutig zu sein und die Überzeugung zu haben sich verändern zu müssen. Bevor das nicht passiert, wird man von den Fans wenig bis keinen Support erwarten dürfen. Und so ähnlich sehe ich die aktuelle Situation bei unseren Interessenvertretern der Friseurbranche. Damit möchte ich erneut aufrufen mutig zu sein! Bewegt Euch! Zeigt, dass Ihr die Zeichen der Zeit erkannt habt- dann werden sicherlich viele Friseure folgen und sich aktiv und mit viel Leidenschaft einbringen. Der erste Schritt muss aber definitiv von den jetzt gewählten Repräsentanten kommen. Weiterlesen

Der (bis jetzt) erfolgreichste Blog-Beitrag

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Lars Nicolaisen:

Am vergangenen Wochenende war ich in Fulda bei einem wunderbaren Managementkongress des Landesinnungverbandes Hessen mit aktiver Unterstützung von Wella. Dort wurde ich oft auf diesen Blog angesprochen. Und viele Kollegen fragten mich, welcher Beitrag der bis jetzt meistgelesene Beitrag war. Ich habe versprochen dies einmal zu recherchieren und den Artikel erneut in den Blog zu stellen. Und genau das tue ich heute. Der Artikel ist lang. Also am besten heute für diesen Blog ein paar Minuten mehr einplanen. Ich denke es lohnt sich – auch heute noch.

Im Februar des letzten Jahres fragte mich eine Kundin warum ich nicht auch einmal einen sozialkritischen Beitrag über meine doch recht fragwürdige Friseurbranche schreibe. Am 24. Februar 2015 antwortete ich der Kundin und schrieb dann folgenden Beitrag, der bis heute über 40.000 x gelesen wurde:

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Journalistisches Armutszeugnis

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Lars Nicolaisen:

„Wahnsinn!“ Das war der erste Gedanke als ich im Internet auf diesen Kommentar eines Journalisten in der Münsterländer-Zeitung gestoßen bin. Nun ja, jeder darf ja seine Meinung haben und selbstverständlich müssen nicht alle MEINE Meinung haben. Jeder so wie er es mag… wenn da nicht ein klitzekleines Problem wäre, und das heißt „wertschätzende Entlohnung“.

Der Friseurberuf war, ist und wird nie ein Hochlohn-Beruf sein. Dazu wird unser Handwerk in Deutschland von der breiten Masse als nicht besonders wertvoll erachtet. Anders lässt es sich nicht erklären warum es Millionen Deutsche akzeptieren wenn z.B. ein Kfz-Mechaniker oder ein Klempner angemessen hohe Stundenlöhne aufrufen dürfen, der Friseur jedoch in der gleichen Arbeitszeit nur ein Minimum dessen in Rechnung stellen darf. Wieso das so ist, ist extrem vielschichtig und genau so schwer zu erklären. Ich habe in diesem Blog in den letzten Jahren immer mal wieder versucht meine Sichtweise diesbezüglich auszudrücken.

Radio Regenbogen hat letzte Woche eine Liste der schlechtbezahltesten Berufe veröffentlicht. Der Friseurberuf landet bei dieser ernüchternden Liste auf Platz 2, noch schlechter als z.B.Kassiererin, Zimmermädchen oder Callcenter-Agent. Nur der Beruf der Küchenhilfe ist nach dieser Liste noch schlechter bezahlt. Das ist beschämend genug. Doch was unterscheidet den Beruf des Friseurs von denen der Zimmermädchen, Kassiererinnen, Küchenhilfe oder Callcenter-Agenten? Was ist die noch größere Dramatik in dieser eh schon schwer zu ertragenden Liste? Die Tatsache, dass dem ausüben des Friseurberufs immer noch eine dreijährige Ausbildung vorausgehen muss. MUSS! Das bedeutet hohe finanzielle Einschränkungen für den Friseurauszubildenden und mal so ganz nebenbei (weil das so gut wie nie erwähnt wird) auch hohe Kosten für den Ausbildungsbetrieb. Jeder Auszubildende kostet mich im Schnitt 9.000,00 Euro im Jahr. Und wir haben aktuell 11 Auszubildende!  Weiterlesen

Beschämender Focus Online Artikel

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Lars Nicolaisen:

Ich bin Mitglied in der wertvollen Facebook-Gruppe „Friseure mit Visionen“. In dieser Gruppe wird seit gestern über einen Artikel von Focus Online diskutiert. Titel: „Friseure in der Dumpinghölle: Waschen, Schneiden, Föhnen für 4,95 Euro. Wer verdient eigentlich noch an den Billig-Angeboten?

Die von mir hoch geschätzten Kollegen diskutieren eifrig über den Artikel und dessen Inhalt. Ich stimme den in der Facebook-Gruppe geäußerten Meinungen zu, dass der Ansatz des im Artikel beschriebenen Friseurkollegen Jürgen Tiez zu verurteilen ist. Aber noch viel mehr mehr entsetzt bin ich über die journalistische Arbeit bei Focus Online.

Schon der Titel ist ja unteririsch. Viel zu lang und wirkt auf mich völlig unprofessionell. Dann ist das Layout der Seite erschreckend. Was ist aus Focus Online bloß geworden? Ein Anzeigenfriedhof der übelsten Sorte. Dann fällt mir auf, dass es bei Focus Online anscheinend mittlerweile als unwichtig angesehen wird, WER die Artikel dort schreibt. Es gibt keinen Hinweis auf den verfassenden Journalisten. Gibt es überhaupt noch einen? Oder werden Artikel bei Focus Online inzwischen von seelenlosen Computerprogrammen zusammen gesetzt? Auf dieses Ergebnis kann man problemlos kommen, denn mit nur ein wenig Branchenkenntnis sind die dort angegebenen „Fakten“ mehr als nur zu hinterfragen. Beispiele? Weiterlesen

Top Hair Trend & Fashion Days 2015

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Lars Nicolaisen:

Dank Starbucks ist es mir nun doch möglich am Montag direkt aus Düsseldorf einen Blog-Beitrag zu schreiben. Nun geht´s für Simona und mich zurück nach Hamburg. Seit Mittwochabend war ich unterwegs und freue mich jetzt auch wieder darauf nach Hause zu kommen. Wie lange die Rückfahrt mit dem ICE allerdings wird, weiß ich noch nicht. Anscheinend hat der gestrige Sturm auch Auswirkungen auf unsere Fahrstrecke… Nun ja, ändern können wir das nicht, also hoffen wir jetzt mal das Beste.

Während ich mich Donnerstag und Freitag unerwartet viel mehr mit dem Unternehmen als mit „Führung“ auseinandergesetzt habe, so war das Wochenende dann doch erwartungsgemäß verlaufen. Zwei Tage waren Simona und ich auf der größten Beauty-Fach-Messe Deutschlands, und haben dennoch nicht viel gesehen. Unglaublich wie oft man immer wieder leibgewonnene Kollegen traf, stehen blieb und so die Zeit wie im Flug verging. Immerhin die Shows von Markus Herrmann und Frank Brormann konnte ich anschauen und war von beiden Shows sehr angetan. Den schlechtesten Vortrag seit Jahren habe ich mir ebenfalls anhören dürfen. Na ja, nicht ganz. 15 Minuten. Danach musste ich gehen. Aber schon die waren wirklich extrem schlecht vorgetragen und inhaltsleer… Das ging ja gar nicht. Einen Namen will ich an dieser Stelle lieber mal nicht nennen. Weiterlesen