Froh und dankbar

2017-07-15-PHOTO-00001037

Lars Nicolaisen:

Letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit einem Menschen der seit fast 30 Jahren im Einzelhandel beschäftigt ist. Gehobene Position. Management. Und diese Person fragte mich „Was ist eigentlich gerade in der Friseurbranche los?“ Ich antwortete ihm. Was folgte war ein ca. 60 minütiger Monolog.

Die Friseurbranche hat sehr viele Probleme. Sehr, sehr viele – wie zB das heutige Foto erahnen lässt. Es herrscht an vielen Stellen Ungewissheit und Frustration. Als Hamburger könnte ich jetzt auch schreiben: „Die See ist rau, es herrscht schlechte Sicht und viele Schiffe drohen zu kentern.“ Um mich herum spüre ich in der Branche eine große negative Stimmung und Frustration.

Die Gründe hierfür sind vielseitig. Einige davon behandle ich in einer Kolumne, welche ich für ein großes, deutschsprachiges Fachmagazin schreibe. In diesem heutigen Blog-Beitrag möchte ich jedoch gar nicht erst anfangen über dieses fast schon undurchdringliche Geflecht zwischen (aus meiner Sicht) falschen, politischen Entscheidungen, mutloser Handwerkskammer, rückständiger Gewerkschaft,  visionslosen Industriepartnern und unehrlichen Branchenteilnehmern zu schreiben.

Ich möchte vielmehr den Blog heute dazu einmal nutzen mich bei meinem langjährigen Unternehmensberater Stefan Dax zu bedanken! Mit Stefan habe ich vor über 10 Jahren angefangen mich und das Unternehmen strategisch neu auszurichten. In ganz vielen, kleinen Schritten. Konsequent „Schritt für Schritt“. Ja, auch wir stehen aktuell dennoch vor Problemen und Herausforderungen. Ja, auch bei mir ist nicht alles purer Sonnenschein. Ja, es gibt Kollegen bei denen läuft es besser als bei uns. Ja, wir sind weit davon entfernt perfekt zu sein. Ja, ja, ja, ja. ABER… wenn ich sehe wie es der breiten Masse der Friseurunternehmen heute geht, dann bin ich froh und dankbar über unsere Entwicklung. Dann bin ich froh und dankbar über den Status Quo den wir heute haben. Dann bin ich froh und dankbar über die Menschen um mich herum, die das Familienunternehmen heute repräsentieren. Und damit meine ich nicht nur meine Führungscrew, sondern wirklich jedes einzelne Teammitglied, von der Servicekraft bis zum Salonmanager!

Ich gehe voller Motivation in den heutigen Montag und in diese neue Woche. Ich weiß, meine Arbeit „hinter den Kulissen“ ist schwer sichtbar und damit manchmal auch nur schwer greifbar. Aber wenn man sich das „Unternehmen Nicolaisen“ heute anschaut, dann kann man (so denke ich) erkennen, dass in den letzten Jahren viel mehr richtige als falsche Entscheidungen getroffen worden sind. Und darüber bin ich heute einfach nur… froh und dankbar. Das musste ich heute einmal loswerden 😉

Ich wünsche uns allen einen guten Start in die neue Woche.

…………

UPDATE: Ich wusste beim Verfassen meines heutigen Blogs nicht, welche Reaktionen das Unternehmen Klier auf dieses Foto im Netz erhielt. Dies habe ich erst einige Minuten nach meiner Veröffentlichung mitbekommen. Quelle: http://m.bild.de/regional/chemnitz/fluechtling/ein-friseur-ein-schild-und-grausame-hetze-52568314.bildMobile.html

Selbstverständlich distanziere ich mich von diesen kranken Vollidioten, die daraus anscheinend eine erbärmliche, widerwärtige politische Debatte machen wollen. Das Herkunftsland des Kollegen ist doch völlig egal! Was so alarmierend an diesem Foto ist – und was die aktuelle Branchensituation so herrlich widerspiegelt – ist allein die Tatsache, dass das größte deutsche Friseurunternehmen, welches mit Sicherheit über die professionellsten Strukturen und über ein sehr gutes Management verfügt, nicht in der Lage ist an allen Standorten ihren Kerndienstleistungen nachzukommen. Das hätte ich noch vor wenigen Wochen als „völlig undenkbar“ abgetan. Und als ich so darüber nachdachte, dachte ich natürlich auch über mein Unternehmen nach… und so entstand der heutige Blog. Dies nur der Vollständigkeit halber.

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2 Gedanken zu “Froh und dankbar

  1. Lieber Kollege Nicolaisen,
    vielen Dank für ihr Statement.Sie sprechen mir aus der Friseurseele.
    Bezüglich auch Herrn Dax.

    Danke für die scheinst immer sehr authentischen Worte ihrerseits und auch ihnen einen angenehmen Montag…..wenn auch hinter den Kulissen….die übrigens jeder kennt der ähnlich arbeitet.

    Kollegiale Grüße, Ulla Grypstra

    Gefällt 1 Person

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