Rückblick auf ein intensives Wochenende

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Lars Nicolaisen:

Das war ein recht intensives Wochenende für uns Hamburger. Begonnen hatte es mit einer 0:8 Niederlage meines HSV in München. Schon bei der Aufstellung wurde mir schlecht – und meine schlimmsten Befürchtungen wurden bestätigt. Hätten die Profis vom FC Bayern in den letzten 20 Minuten nicht 5 Gänge runter geschaltet, es wäre leicht und locker ein zweistelliges Ergebnis geworden. Es war furchtbar. Wann kehrt beim HSV endlich einmal „Einsicht und Demut“ ein? Zwei Spiele (glücklich!) gewonnen und schon glaubt man mit einer der besten Mannschaften der Welt spielerisch mithalten zu können? Auf welchem Planeten leben Zinnbauer & Co eigentlich? Das ist ja lächerlich. Es ist zum wahnsinnig werden. Die einzige Hoffnung die jetzt noch bleibt, ist die Hoffnung dass diese historische Niederlage jetzt bei den Spielern des HSV zu einer Trotzreaktion führt! Ich kann mir gut vorstellen, dass das Team jetzt auf Wiedergutmachung aus ist und alles ins nächste Spiel gegen Gladbach reinschmeisst und mindestens einen Punkt holt. Doch was dann? Es bleibt zu befürchten, dass dann der ganze Wahnsinn von vorn beginnt. Beim HSV fehlt Konstanz. Und es fehlt weiterhin innere Ruhe. Daher mein Vorschlag: Bis zum Ende der Saison keine Interviews mehr und Training ausschließlich nur noch unter Ausschuss der Öffentlichkeit.
Am Sonntag ging es dann ins Wahllokal. Die Hamburg-Wahl war für uns etwas Besonderes, weil wir erstmalig zusammen mit unserem Sohn zur Wahl gingen. Ernüchternd am frühen Abend die Tatsache, dass die Hamburger auch nach der Stadt- und der Schillpartei anscheinend nicht gelernt haben und nun die AfD in die Bürgerschaft wählten. Traurig. Noch trauriger jedoch ist die beschämend niedrige Wahlbeteiligung. Hat das auch etwas mit dem „10 Stimmen Wahnsinn“ zu tun? Das war ja kein Wahlzettel sondern ein Wahlbuch welches man in die Wahlkabine bekam. Ob das nun in der breiten Masse wirklich von Vorteil ist, wage ich stark zu bezweifeln.
Ohne Zweifel jedoch klang unser Wochenende fröhlich und beschwingt aus. Nach gut vier Jahren Abstinenz stand Tom Gaebel mal wieder auf einer Hamburger Bühne. Mit seiner Band tourt er gerade quer durch Deutschland und machte am Sonntag Station im Gruenspan. Großer Big Band Sound für knapp 300 (!) Zuschauer. Tom ließ sich durch diese beschämende Kulisse nicht die gute Laune verderben und strotzte vor guter Laune. Simona und mich riss es von den Stühlen – jedoch blieben alle anderen um uns herum sitzen. Das war schon skurril. Und irgendwie peinlich. Da steht jemand auf der Bühne, lacht, unterhält, singt, hat beste Stimmung, die Band spielt wunderbar auf, viele Solo´s und gute Laune… und die Hamburger bleiben stur auf ihren Sitzen kleben. Im Gruenspan! Wirklich sonderbar. Zum Glück wurde zumindest bei der dann einzigen Zugabe aufgestanden und getanzt. Viel zu spät – aber immerhin ein versöhnliches Ende eines alles in allem denkwürdigen Wochenendes.
Ich wünsche uns allen einen tollen Start in eine neue Woche – die wir wie alle 14 Tage mit unserem bayrischen Kollegen Gerhardt Meir aus München am Ballindamm starten werden. Zum Glück interessiert der sich nicht für Fussball…

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2 Gedanken zu “Rückblick auf ein intensives Wochenende

  1. Aber warum dienen diese Punkte dazu sich nicht an einer Wahl zu beteiligen? Gerade wenn man solche Ansichten vertritt und mit der Politik in der Stadt nicht einverstanden ist, darf man doch nicht resignieren. Gerade dann muss man wählen gehen und sein Umfeld motivieren dies ebenfalls zu tun, damit sich in der Stadt etwas ändern kann.

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  2. Mich wundert die niedrige Wahlbeteiligung nicht. Die Elbphilharmonie hat bereits eine Milliarde verschlungen und es wird allen Ernstes noch weiter daran gebaut. Gleichzeitig quellen die Notunterkünfte für obdachlose Menschen komplett über. Zusätzlich kommen jeden Monat 700 Flüchtlinge nach Hamburg. Es mangelt extrem an kleinen, bezahlbaren Wohnungen. Menschen am Existenzminimum zahlen sowohl Rundfunkbeitraege als auch volle HVV Monatskartenpreise (ich meine nicht H4 Empfänger, sondern Rentner und 400 Euro Jobber).
    Aber ich glaube das möchte niemand lesen.

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